Begriffsdefinitionen und Konstanten in der Magnettechnik

AlNiCo:Legierung aus den Hauptbestandteilen Aluminium, Nickel und Kobalt sowei Eisen und anderen Zusätzen. Herstellbar durch Gießen oder Sintern und nur durch Schleifen zu bearbeiten. Besonders temperaturstabiler Magnetwerkstoff.

Anisotropie:Richtungsabhängigkeit einer physikalischen Größe; z.B. Remanenz oder Koerzitivfeldstärke bei Dauermagneten.

Arbeitspunkt:Punkt im 2. Quadranten der Hysteresekurve. Bei Dauermagneten meistens dann in optimler Lage, wenn auf der äußeren Entmagnetisierungskurve liegend und B x H den Maximalwert aufweist.

B:Flußdichte, Induktion; Einheit 1 Tesla = 1 Vs/cm2 = 10-4 Vs/cm2 = 104 Gauss

Curietemperatur:Für einen ferromagnetischen Stoff charakteristische Temperatur TC, oberhalb der die Remanenzpolarisation Jr = 0 wird. Bei Temperaturen oberhalb der Curietemperatur werden praktisch alle Ferromagnetika paramagnetisch, verlieren also ihre Magnetkraft.

Diamagnetismus:Magnetische Eigenschaft von Stoffen, deren Permeabilität µ < 1 ist.

Durchflutung Q, elektrischeBezeichnung für das Linienintegral der Feldstärke H längs einer geschlossenen Kurve. Dieses Linienintegral ist die Summe der von der Kurve umschlossenen elektrischen Ströme

Energiedichte:½ B x H = halbes Produkt aus der magnetischen Flußdichte B und der Feldstärke H (Hälfte des Rechtecks unter der Entmagnetisierungskurve mit dem Eckpunkt im Arbeitspunkt, siehe auch B x H).

Entmagnetisierung:Verminderung der Flußdichte auf B = 0, erfolgt zweckmäßig im Wechselfeld mit abnehmender Amplitude.

Entmagnetisierungsfaktor NFormabhängiger Faktor, der die Steigung der Scherungsgraden bestimmt. N ist gleich dem Tangens des Schwerungwinkels.

EntmagnetisierungskurveDer für Dauermagnete wichtige zweite Quadrant der Hystereseschleife.

Feld:Raum, der Träger einer physikalischen Eigenschaft ist. S. auch Magnetfeld.

Feldkonstante, magnetischeµ0 = BH im Vakuum.

Feldlinie:Mittel zur anschaulichen Darstellung von Feldern. In Kraftfeldern (z. B. Magnetfeld) stellen die Tangenten an die Feldlinien die Richtungen der wirkenden Kräfte dar. Die Dichte der Feldlinien ist ein Maß für den Betrag der wirkenden Kräfte.

Feldstärke H
(magnetische)
Beschreibt quantitativ das Magnetfeld nach Betrag und Richtung. Einheit :

1 A/m = 0,001 A/cm (0,01256 Oerstedt)

Ferromagnetismus:Magnetische Eigenschaft von Stoffen mit einer Permeabilität µ >> 1.

Fluß, magnetischer:Bei der Darstellung eines Magnetfeldes durch Feldlinien nennt man die Gesamtheit der Linien durch eine bestimmte Fläche den magnetischen Fluß; meßbar als Spannungsstoß in einer Fläche umgebenden Windung bei Entstehen oder Verschwinden dieses Flusses. Einheit

Fluxmeter (Flußmesser)Elektronischer Integrator für die Messung des magnetischen Flusses bzw. der Flußdichte.

Gauß:Alte Einheit der magnetischen Flußdichte. 1 Gauss = 10-4 Tesla = 10-8 Vs/cm2.

Gaußmeter:Meßgerät für die magnetische Flußdichte B. Oft werden auch Meßgeräte für die magnetische Feldstärke H (Oerstedtmeter) so bezeichnet.

Gilbert:Alte Einheit der magnetischen Spannung. 1 Gilbert = 1 Oe x cm = 0,796 A

Gütewert:(B x H )max.-Wert.

H:magnetische Feldstärke. Einheit: 1 A/cm = 0,01256 Oe.

Hallsonde:Sonde auf Halbleiterbasis zur Messung der magnetischen Flußdichte in Luft (z. B. im Luftspalt eines Magnetsystems). Die Hallsonde wird immer in Verbindung mit einem Flußdichtemeßgerät (Gaußmeter) benutzt.

Hartferrit p:Bezeichnung nach DIN 17410 für kunststoffgebundene Oxidmagnetwerkstofffe.

Hartferrit:Bezeichnung nach DIN 17410 für Oxidmagnetwerkstoffe

Hystereseschleife:Darstellung der Flußdichte B in Abhängigkeit von der magnetisierenden Feldstärkte H.

Induktion:Die Eigenschaft des Magnetfeldes, sich bei seiner Änderung mit einem elektrischen Feld zu umgeben. Der Begriff Induktion wurde früher auch an Stelle der Flußdichte verwendet.

Induktionskonstante:Siehe Feldkonstante, magnetische

Isotropie:Gleichheit physikalischer Eigenschaften in allen Richtungen.

J:Magnetische Polarisation. Einheit: 1 T = 1 Vs/m2 =10-4 Vs/cm2

Koerzitivfeldstärke:HC = Stärke des entmagnetisierenden Feldes, bei dem B = 0 wird (HCB) oder J = 0 (HCJ).

Koerzitivkraft:Älterer Ausdruck für Koerzitivfeldstärke.

Kraftlinie:Anschauliches Darstellungselement des Kraftfeldes, speziell des Magnetfeldes.

Magnetfeld:Raum, in dem mechanische Kräfte auf magnetische Ladungen wirken oder Induktionserscheinungen auftreten.

Magnetfluß:Siehe Fluß, magnetischer

Magnetisch:Magnetisch sind im praktischen Sprachgebrauch alle Werkstoffe mit merklicher Permeabiltiät, vor allem Eisen, Nickel, Kobalt, und ihre Legierungen. Unmagnetisch sind alle anderen Stoffe (Messing, Kupfer, Holz, Stein, Kunsstoff, usw.)

Magnetische Feldstärke HSiehe Spannung, magnetische

Magnetische Spannung Q:Siehe Feldstärke, magnetische

Magnetisieren:Vorgang des Ausrichtens der Elementarmagnetbereiche durch ein äußeres Magnetfeld.

Magnetisierung:1. Substantiv von magnetisieren.

2. Alte Bezeichnung für den Beitrag eines Werkstoffes zur Flußdichte B:

B = µ0 ( H + M ) = µ0H + J ;

M = J / µ0

Magnetismus:Summe der magnetischen Erscheinungen. Zu Ihrer Beschreibung dienen Magnetfeld H und magnetische Flußdichte B. Alle magnetischen Erscheinungen sind mit bewegten elektrischen Ladungen verbunden. Die um den Atomrumpf bewegten Elektronen erzeugen ein Magnetfeld, das Bahnmoment. Das um seine Achse rotierende Elektron trägt ebenfalls ein magnetisches Moment, den Spin. Die magnetischen Eigenschaften der Stoffe beruhen auf den magnetischen Eigenschaften der Atome, die sich im we-sentlichen aus der vektoriellen Summe aller Einzelmomente zusammensetzen. Ist das sichergebende Gesamtmoment gleich Null, so ist der Stoff diamagnetisch. Bei para-, ferro-, antiferro- und ferrimagnetischen Stoffen ist die Summe dieser Momente verschieden von Null. Sie unterscheiden sich voneinander durch die Kopplungsarten der Momente benachbarter Atome. Bei Paramagnetismus existiert keine Kopplung. Bei Ferromagnetismus sind die benachbarte Atommomente parallel, bei Antiferromagnetismus sind sie antiparallel gerichtet. Von Ferrimagnetismus spricht man, wenn sich die antiparallel gerichteten Atommomente nicht vollständig gegenseitig kompensieren, also eine resultierende Magnetisierung verbleibt

Magnetkreis:Gesamtheit der von einem Magnetfluß durchsetzten Teile bzw. Räume. Besteht bei einem Dauermagneten aus den eigentlichen Magneten, den Polschuhen, dem Luftspalt und dem Streufeld.

Magnetpol:Stelle, an der der magnetische Fluß aus einem Magneten austritt.

Maxwell:Alte Einheit des magnetischen Flusses. 1 Maxwell = 10-8 Wb = 10-8 Vs.

Moment, magnetisches:1. Mechanisches Drehmoment eines Magneten, der im Feld H = 1 A/m senkrecht zur Feldrichtung steht. Einheit 1 Nm2/A = 1 Vsm (Coulombsches magnetisches Moment).

2. Mechanisches Drehmoment eines Magneten, der im Feld mit der Flußdichte B = 1 T senkrecht zur Feldrichtung steht. Einheit 1 Nm/T = 1 A m2 (Amperesches magnetisches Moment).

Oerstedt:Alte Einheit der magnetischen Feldstärke. 1 Oerstedt = 79,6 A/m

Oerstedtmeter:Meßgerät für die magnetische Feldstärke H. Oft werden auch Gaußmeter so bezeichnet.

Paramagnetismus:magnetische Eigenschaft von Stoffen, deren Permeabiltiät µ > 1 ist. Alle Ferromagnetika zeigen oberhalb der Curietemperatur Paramagnetismus.

Permeabiltiät:µ = B / H. Verhältnis der Flußdichte B zum magnetischen Feld H. In der Dauermagnettechnik ist die permanente Permeabilität wichtig, die die Änderung von B bei kleinen Änderungen von H angibt (µ0 = dB/dH). Vor allem in der Nähe des optimalen Arbeitspunktes

µ0 = 1,256 x 10-6 Tm/A

Permenanz:Magnetischer Leitwert ( bei einem Luftspalt Fläche/Länge)

Polarisation:Beitrag eines Werkstoffes zur Flußdichte. Es ist J = B - µ0H.

Potential, magnetisches:Meßbar ist immer nur eine Potentialdifferenz, eine magnetische Spannung zwischen zwei Punkten, als Integral über die Feldstärke über einem beliebigen Weg zwischen diesen beiden Punkten, wenn dieser keinen Stromleiter umschließt.

Remanenz Br:Verbleibende Flußdichte in einem Körper, der einem magnetisierenden Feld ausgesetzt war (wahre Remanenz bei geschlossenem Magnetkreis, scheinbare Remanenz bei offenem Magnetkreis).

Sättigung:besser: Sättigungspolarisation

Sättigungspolarisation:Höchste praktisch erreichbare magnetische Polarisation eines Werkstoffes.

Scherung:Verschiebung der Entmagnetisierungskurve durch Öffnen des vorher geschlossenen Magnetkreises.

Scherungsgerade:Linie im B(H)-Diagramm eines Magnetwerkstoffes, die die Form eines Magneten bzw. die Luftspalte eines Magnetsystems beschreibt. Der Schnittpunkt der Scherungsgeraden mit der Entmagnetisierungskurve ist der Arbeitspunkt des Magneten.

Scherungswinkel:Winkel zwischen der Scherungsgeraden und der B-Achse im B(H)-Diagramm.

Sintermagnet:Aus einer Mischung von Metallpulvern gepreßter und durch Erhitzen im Vakuum verfestigter Dauermagnet.

Spannung, magnetische:Differenz des Potentials der magnetischen Feldstärke H zwischen zwei Punkten. Einheit: 1 A ( = 1,256 Oecm).

Stabilisieren:Behandlung eines Magnete, die ihn unempfindlich gegen äußere Einflüsse und Alterung macht.

Streufluß, Streuung:Teil des magnetischen Flusses, der nicht durch den Luftspalt geht.

Streuverhältnis, Streufaktor:Verhältnis vom des Nutzflusses zum Gesamtfluß eines Magneten.

Suszeptibilität (magnetische):Das Verhältnis von Polarisation um Werkstoff zum Produkt aus Feldkonstante und magnetisierender Feldstärke: km = J / µ0H.

Temperaturbeiwert:Gibt die Abhängigkeit einer physikalischen Größe von der Temperatur wieder. Bei magnetischen Werkstoffen gibt es Temperaturbeiwerte der Remanenz und der Koerzitivfeldstärke.

Temperaturkompensation:Verringerung oder Beseitigung der Temperaturabhängigkeit der scheinbaren Remanenz. Sie erfolgt meistens mittels eines temperaturabhängigen Nebenschlusses.

Tesla:Einheit der magnetischen Flußdichte. 1 Tesla = 10-4 Vs/cm2 (= 104 Gauß).

Vorzugsrichtung:Durch das Herstellungsverfahren bedingte Richtung in einem Magneten, in der die magnetischen Eigenschaften Höchstwerte aufweisen.

Weber:Einheit des magnetischen Flusses. 1 Weber (Wb) = 1 Vs ( = 108 Maxwell).

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