Die Technik des magnetischen Spannens

Haft- und Verschiebekräfte

Polteilung, Werkstückform, Oberflächenqualität und Werkstoff haben großen Einfluß auf die Haft- und Verschiebekraft eines Werkstückes. Die Haftkraft ist die Abreißkraft eines aufgespannten Werkstückes senkrecht zur Aufspannfläche; die Verschiebekraft ist zum Verschieben eines Werkstückes erforderliche Kraft parallel zur Aufspannfläche. Die Verschiebekraft beträgt je nach Oberflächenquerschnitt ca. 15% - 40% der Haftkraft. Soweit keine abweichenden Angaben vorhanden sind, gelten die in diesem Katalog gemachten Angaben für ein Prüfwerkstück aus St37, geschliffen, mit den Abmessungen 100 x 100 x 40 mm.
 
Abb. 12.6. Haft- und Verschiebekraft bei Magnet-Spannplatten
 

Einfluss der Polteilung

Um eine gleichmäßige Haftkraft über die gesamte Aufstpannfläche zu erhalten und auch kleine Werkstücke spannen zu können, werden verschiedene Ausführungen von Spannplatten mit unterschiedlichen Polteilungen und Polabständen angeboten. Die Spannfläche wird abwechselnd mit Nord- und Südpolen ausgelegt. Der Polspalt besteht aus unmagnetischem Material, meist Messing oder Kunsstoff.
 
Abb. 12.7. Definition von Polabstand unf Polspalt
 

Das Magnetfeld im aufgelegten Werkstück bildet in etwa Halbkreise von einem Pol zum nächsten.
 
Abb. 12.7. Kraftlinienverlauf bei genügend großer Werkstückdicke im Vergleich zum Polabstand

Ist die Werkstückdicke wesentlich geringer als der Polabstand, so wird das Magnetfeld nicht ausreichend vom Werkstück aufgenommen. Die Haftkraft reduziert sich und ist kleiner als unter günstigeren Voraussetzungen möglich. Wenn alle Kraftlinien innerhalb des Werkstückes verlaufen, ist die Haftkraft am größten.
 
Abb. 12.8. Kraftlinienverlauf bei zu geringer Werkstückdicke im Vergleich zum Polabstand
 

Durch größere Polabstände erzielt man ein tieferes Magnetfeld und damit für dicke und rohe Werkstücke optimale Haftkräfte. Geringe Polabstände eignen sich besonders für flache, ebene Werkstücke. 

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